Auf die großen Fragen des Lebens gibt es keine einfachen Antworten. Das gilt auch für das Glück, nach dem wir uns alle sehnen.
Kann man es planen? Steuern? Finden? Der Wunsch danach ist universell. Er verbindet Menschen über Zeiten und Ländergrenzen hinweg. Wir feiern es, wir jagen ihm nach, wir kämpfen darum, und doch bleibt es ein Rätsel. Vielleicht gerade deshalb, weil es sich entzieht, je verbissener wir es suchen.
Glücklich wird man sicher nicht dadurch, dass irgendetwas Tolles, Aufregendes passiert. Nicht dadurch, dass man sich Hals über Kopf verliebt, viel Geld gewinnt oder sich ein neues Auto oder Segelboot kauft. Glück ist für mich vielmehr der Moment, in dem alles gut ist. Wenn wir zum Beispiel mit Freunden zusammensitzen und niemand wirklich große Sorgen hat. Oder wenn Wolf nach der Knie OP keine starken Schmerzen verspürt. Oder wenn wir gemeinsam im Cockpit sitzen, die Sterne über uns funkeln und ein sanfter Wind uns über den Ozean trägt. Das ist Glück. Das Beste, das passieren kann.
Oft findet man das Glück, indem man erkennt, dass es längst da ist – selbst in schwierigen und fordernden Zeiten. Man findet es, indem man einmal um die Ecke geht oder zum nächsten Ankerplatz segelt und etwas entdeckt, dass man so noch nie wahrgenommen hat. Vielleicht auch, indem man sich ganz einfach über weiße Weihnachten freut, über die Fußstapfen im Schnee und das scheue Reh in unserem Garten. Diese kleinen Augenblicke, die das Herz wärmen und uns für einen Moment mit der Welt versöhnen.
Unsere Welt ist zurzeit nicht leicht zu verstehen. Und doch gibt es in ihr so viel Gutes zu entdecken, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Und vielleicht braucht es zum Glücklichsein auch gar nicht viel – nur das Bewusstsein, dass das Leben auch anders verlaufen könnte und das Jetzt keine Selbstverständlichkeit ist.